Das Märchen vom freien Dampfen – Big T und das BMG

1

Das Märchen vom freien Dampfen – Der König und die Schatzkammer

Es war einmal ein Land namens Deutschland. Dort lebten viele Raucher und Dampfer. Während die Raucher sich an ganz eindeutige Regeln halten mussten, war das Dampfen ein richtiges El-Dorado für Innovationen und Unternehmergeist. Für eine lange Zeit lebten alle in einer friedlichen Gemeinsamkeit, doch eines Tages zog ein dunkler Schatten über das Land hinweg und lehrte den Dampfern das Fürchten. Niemand konnte dem Schatten ein Gesicht zuordnen, doch es lag ein Knistern in der Luft welches ankündigte, dass sich schon bald etwas Grundlegendes ändern würde. Die Dampfer brachten dem König nicht genügend Tribut und so breitete sich schon bald die Meinung unter den Bewohnern des Landes aus, dass seine Gnaden selbst an der Entstehung des Schattens beteiligt war.




Der König hatte lange überlegt, wie er die Schatzkammern seines Hofes wieder füllen konnte. Ein Regelwerk musste her, welches genau bestimmt, wer wie und wo dampfen darf und vor allem mit welcher Gerätschaft. Um seinen treuen Lehnsherren aus den Tabakmanufakturen aber nicht in den Rücken zu fallen und somit ein Unwohl auf sich zu ziehen, traf er sich in regelmäßigen Abständen mit den Lords und Grafen, die sich des Tabakanbaus und dessen Weiterverarbeitung verschrieben hatten. Der König wollte sich die Chance nicht entgehen lassen, das bunte Treiben der Dampfhandelsleute auf den Markplätzen zu unterbinden, gleichzeitig aber die Lehnsherren zu stärken und dadurch mehr Gold für die Schatzkammern einzunehmen. Er schmiedete einen Plan und brachte die Tabakprodukterichtlinie auf den Weg. Hier sollten alle wichtigen Eigenschaften einer elektrischen Zigarette und deren Zubehörartikel festgelegt werden. Da der König selbst aber kein Dampfer war, wusste er nicht, wie die TPD gestaltet werden muss und verließ sich daher auf seine Berater. Die Heilkundler legten ihm allerlei Dokumente vor und rieten zur Vorsicht bei den Kräutern und Mixturen, die sich in den elektrischen Zigaretten befanden.

Dieses Märchen endet nun hier, denn das Ende ist noch offen. „Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann dampfen sie noch heute…“ werden wir so schnell nicht zu lesen bekommen.

Wir schauen mal ein wenig hinter den Zaun

Wir schauen mal ein wenig hinter den Zaun

Wie sieht die aktuelle Entwicklung aus?

Der Bezug unserer kleinen Geschichte zur aktuellen Situation scheint realer zu sein, als viele denken. Der Einfluss der großen Tabakhersteller auf die Entwicklung von wichtigen Beschlüssen in Bezug auf das Rauchen, ist jedem bekannt, der sich die Höhe der Steuereinnahmen durch den Verkauf von Tabakzigaretten näher betrachtet. Ein Industriezweig mit einer derart starken Lobby und einem so unglaublich großen Budget im Rücken, weiß sicherlich Mittel und Wege zu nutzen, bestimmte Dinge zu seinen Gunsten zu regeln. So ist uns bei unserer Recherche im Internet folgendes aufgefallen:

25.09.2014: Gespräch zwischen dem Bundesgesundheitsministerium und British American Tobacco (BAT)

Thema: Durchführungsrechtsakte zur TPD

24.11.2014: Gespräch zwischen der Bundesdrogenbauftragten und der Philip Morris GmbH

Thema: Vorstellung eines neuen E-Zigaretten-Produkts

18.01.2015: Gespräch zwischen der Bundesdrogenbeauftragten und Fontem Ventures (Imperial Tobacco Group PLC)

Thema: Regelung von E-Zigaretten in Deutschland

Nachzulesen unter dem folgenden Link

Eine Vermutung, worum es in den Gesprächen ging

Zunächst halten wir fest, dass es bisher keine Gespräche zwischen einem E-Zigaretten Verband, einem Hersteller oder einem Einzelhändler und dem BMG gab, wie auf der Seite zu lesen (oder eben nicht zu lesen) ist. Die Bundesregierung bespricht also Dinge, die sich auf die Umsetzung der TPD in Deutschland auswirken und unmittelbar den weiteren Umgang mit der E-Zigarette betreffen nicht etwa mit den Einzelhändlern und Herstellern von Dampfgeräten, sondern mit den großen Vertretern der Tabakindustrie. Dies allein reicht schon aus, um die wildesten Theorien zu erdenken. Folgende Szenarios können wir uns vorstellen:

  • A) Big T bleibt am Ball, um nach der Umsetzung der TPD in 2016 mit einem exakt konformem Produkt auf den Markt zu strömen. Wer aus erster Hand erfährt, was geplant und umgesetzt wird und dies vielleicht sogar jetzt schon weiß, dürfte einen Run auf die eigene Produktlinie erwarten können.
  • B) Die Regierung entscheidet nicht, sondern vereinbart die Umsetzung der TPD entlang der Argumente und Wünsche von Big T, da man sich dadurch einen Anstieg der Steuereinnahmen verspricht. Die großen Konzerne haben schließlich deutlich bessere Möglichkeiten, ein Produkt innerhalb kurzer Zeit flächendeckend zu verbreiten, als der E-Zigaretten Einzelhandel.
  • C) Die TPD ist bereits vollkommen beschlossene Sache, wird aber erst 2016 veröffentlicht, um Big T einen Entwicklungsspielraum zu lassen.

Was spricht dafür, dass die Tabakkonzerne bereits umfassend informiert sind?

Philip Morris hat bereits bekanntgegeben, dass eine hauseigene E-Zigarette namens IQOS aus den Markt kommen wird. Hierbei handelt es sich um eine Tabakzigarette, bei der der Tabak elektrisch bei 350 Grad verdampft wird. Eine Investition von 500 Millionen Euro zeugt von der Tatsache, dass man scheinbar genau weiß, mit welchen Geräten man auch nach der TPD noch aktiv am Markt mitwirken kann. 600 Mitarbeiter werden in der eigens für die IQOS gebauten Produktionsstätte in Italien eingestellt. Der Vorteil für Philip Morris liegt in der Aufrechterhaltung der bisherigen Produktionswege und Ressourcen.

Wir werden diese Entwicklung weiter beobachten und Euch an dieser Stelle darüber berichten. Was denkt Ihr? Könnte an unserer Theorie ein Funken Wahrheit sein? Wir freuen uns auf Eure Kommentare.

Dies ist ein redaktioneller Artikel zur Information unserer Leser und keine Werbung für ein Produkt, auch wenn wir dieses namentlich benennen. Es geht lediglich um die Darstellung unserer persönlichen Meinung.

1 Kommentar

  1. Na ja, die Frage, ob die Tabak Konzerne informiert sind, erübrigt sich…!
    Wenn man bedenkt, was sich für ein Rattenschwanz dahinter verbirgt…Zulieferer wie Akkuhersteller, Patronenhersteller (das Liquid kommt in beschichtete Alu Patronen, die für Arzneimittel geeignet sind) usw….
    Kein Hersteller wirft das Geld zum Fenster hinaus!
    Wohl informiert kann man natürlich Aufträge vergeben, und sich entsprechend vorbereitet die Ware in den Handel bringen!
    Dass der zahlende Bürger dabei über den Tisch gezogen wird, ist schließlich nichts neues, denn ohne den zahlenden Bürger funktioniert dieses System nicht!
    So einfach ist das!

Hinterlasse einen Kommentar